Informationen für Eltern

Der neunjährige gymnasiale Zug am LWG

Ob Abitur nach acht oder neun Jahren, auf das G kommt es an. Dabei bedeutet ein weiteres Jahr Lernzeit auch eine intensivere und vertiefte Auseinandersetzung mit Lerninhalten.

Wir sehen viele Vorteile beim neunjährigen gymnasialen Zug, den das LWG als eine von 44 Versuchsschulen in Baden-Württemberg anbieten darf. Dieser bietet aufgrund der Streckung der Lernzeit eine geringere zeitliche Belastung vor allem an den Schulnachmittagen, die für Hobbys und Vereinstätigkeit genutzt werden kann. Unserer Überzeugung nach gehört dies zu einer ganzheitlichen Bildung und Persönlichkeitsentwicklung dazu. Dabei hilft auch der Zuwachs an Reife, den ein weiteres Schuljahr Schülerinnen und Schülern ermöglicht. An den Nachmittagen bietet das LWG vielfältige außerunterrichtliche Aktivitäten an, wie zum Beispiel eine von Lehrkräften begleitete Hausaufgabenbetreuung für die Unterstufe sowie Arbeitsgemeinschaften im technischen, musischen und sportlichen Bereich.

Das fachliche Angebot

Das LWG verbindet ein breites fachliches Angebot mit der Möglichkeit individuelle Schwerpunkte zu setzen, z.B. in den Bereichen Fremdsprachen, Naturwissenschaften, Wirtschaft und Informatik. Besonderen Wert legt die Schule auf Ihre altsprachliche Tradition. Das Erlernen von Latein ab Klasse 5 ermöglicht interessierten Schülerinnen und Schülern vielfältige Bildungszugänge und einen erweiterten Blick auf Sprache und Kultur. Mit dem Abitur können Schülerinnen und Schüler das Zertifikat „Europäisches Gymnasium“ erwerben, das Kenntnisse in zwei modernen Fremdsprachen und zwei alten Sprachen bescheinigt.

Das pädagogische und außerunterrichtliche Angebot

Neben den unterrichtlichen Angeboten verfolgt die Schule mit dem „Rastatter Modell“ ein ausgearbeitetes pädagogisches Konzept, das vor Jahren von Lehrern des LWG entwickelt wurde. Dieses erleichtert mit Teamklassenlehrern und Unterstufenpaten den Schülerinnen und Schülern in Klasse 5 den Übergang von der Grundschule ans Gymnasium und dient in allen weiteren Klassenstufen, besonders in der Mittelstufe, der Stärkung des schulischen Zusammenlebens. Projekte zum Beispiel im Bereich der Prävention unterstützen dieses Konzept.

Fragen zu G9

Wie unterscheiden sich G8 und G9 in der Wochenstundenzahl ?

Die durchschnittliche Zahl an Unterrichtsstunden pro Woche liegt beim neunjährigen gymnasialen Zug bei 31, beim achtjährigen gymnasialen Zug bei 33,5.

Diese Zahlen ergeben sich durch Teilung der Jahreswochenstundenzahl durch die Klassenzahl bis zum Erreichen der Kursstufe.

G8: 201,5 Wochenstunden in 6 Jahren (Klassenstufe 5 bis 10)

G9: 217,5 Wochenstunden in 7 Jahren (Klassenstufe 5 bis 11)

Die zusätzlichen in G9 eingesetzten Stunden dienen zum einen der vertiefenden Übung, zum anderen einem zusätzlichen Unterrichtsangebot, z.B. durch einen erweiterten Lektürekanon.

Können alle Kinder, die sich für das G9-Angebot des Ludwig-Wilhelm-Gymnasiums entscheiden, an der Schule aufgenommen werden?

Das Ludwig-Wilhelm-Gymnasium richtet in der Regel vier oder fünf Eingangsklassen ein. Abhängig von den Anmeldezahlen können somit bis zu 150 Schülerinnen und Schüler aufgenommen werden. Überschreitet die Zahl der Anmeldung diese Aufnahmekapazität, kommt es zu Lenkungsmaßnahmen, bei denen gemeinsam mit dem zuständigen Regierungspräsidium Karlsruhe Kriterien für den Besuch einer Alternativschule formuliert werden (z.B. Sprachenwahl, Entfernung Wohnort – Schule, Geschwisterkinder, die die Schule besuchen, …).

In den vergangenen vier Schuljahren mussten am LWG keine Lenkungsmaßnahmen ergriffen werden.

Das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg weist im verlinkten Schreiben darauf hin, dass es keinen Rechtsanspruch auf den Besuch eines G9-Gymnasiums gibt.

Wir wohnen außerhalb von Rastatt. Wie groß ist die Chance, am Ludwig-Wilhelm-Gymnasium aufgenommen zu werden ?

Wir freuen uns, wenn wir allen Schülerinnen und Schülern, die unsere Schule besuchen möchten, ein Aufnahmeangebot machen können. Sollte es aber, wie in der vorigen Frage erwähnt, zu Lenkungsmaßnahmen kommen, ist die Entfernung Wohnort – Schule eines von mehreren Lenkungskriterien. In früheren Jahren wurde uns von Eltern aus umliegenden Gemeinden berichtet, dass dort die Auffassung herrschte, man könne aus einem weiter entfernt liegenden Ort kommend nicht am LWG aufgenommen werden. Das entspricht nicht unseren Erfahrungen der vergangenen Jahre. Da bei der Anmeldung in jedem Fall alternative Bildungsangebote (Schule, Schulort oder Schulart) erfragt werden, können Sie Ihren Erstwunsch äußern. Falls dessen Umsetzung nicht möglich sein sollte, wird auf die weiteren Wünsche zurückgegriffen.

Mein Kind hat von der Grundschule eine Empfehlung zum Besuch der Realschule erhalten.

Ist G9 eine Alternative zum Besuch der Realschule?

Aufgrund unserer Erfahrungen in den vergangenen Jahren messen wir der Empfehlung der Grundschule, die wir bei der Anmeldung einsehen, eine hohe Bedeutung bei. Die Entscheidung, ob Sie dieser Empfehlung folgen – und damit auch die Verantwortung für diese Entscheidung – liegt bei Ihnen als Eltern. Im Interesse der Zufriedenheit und des schulischen Erfolgs Ihres Kinds raten wir dazu, sowohl eine schulische Überforderung, aber auch eine Unterforderung zu vermeiden. Die fachlichen Anforderungen des neunjährigen gymnasialen Bildungsgangs unterscheiden sich nicht von denen des achtjährigen gymnasialen Bildungsgangs.